„Automatisierung und Digitalisierung wird die maritime Wirtschaft dramatisch verändern“

Wie wird die rasant fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung unsere Arbeitswelt verändern? Die Zukunft ist in den Häfen bereits angekommen. Zu diesem hochaktuellen Thema haben wir in die „SPD-Küstengang“ eingeladen und intensiv diskutiert.

Heinz Brandt, Vorstandsmitglied der HHLA und Vorsitzender des sozialpolitischen Ausschusses des Zentralverbandes der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hat uns in einem Impulsvortrag über die zukünftigen Entwicklungen in der Hafenwirtschaft informiert. Vor allem die Größenentwicklung der Containerschiffe und die Steigerung der Tonnage erhöhen den Druck auf die Häfen. Das Containerterminal Altenwerder in Hamburg beispielsweise funktioniert bereits teilautomatisch, um gestiegene Transportmengen effizient abfertigen zu können.

Die Automatisierung und Digitalisierung hat erhebliche Auswirkungen in den Häfen. Der Wettbewerbsdruck wird auf alle Containerterminals in Norddeutschland weiter steigen. Darüber hinaus könnten Arbeitsplätze in den großen Steuerungsterminals künftig vom Arbeitsort entkoppelt und internationalisiert werden.

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Besuch im Containerterminal Altenwerder in Hamburg mit Kirsten Lühmann, MdB, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion (2. v.r.)

Deshalb brauchen wir auch künftig gut ausgebildete Arbeitskräfte und hochqualifizierte Fachkräfte, wenn gleichzeitig bestehende „manuelle“ Aufgabenbereiche wegfallen. Deshalb setzen wir uns als SPD-Küstengang für die Schaffung einer arbeitsmarktpolitischen Agenda zum Schutz und zur Fortentwicklung der Beschäftigung in den deutschen Seehäfen als weiteren Fokus des Nationalen Hafenkonzeptes ein. Torben Seebold, Bundesfachgruppenleiter Häfen bei ver.di, legte in seinem Impuls über den „Demografie-Tarifvertrag“ Eckpunkte für eine nachhaltige und vorausschauende Personalpolitik in Häfen dar. Mit ver.di an unserer Seite wollen wir für eine ausgewogene Ausbildungs- und Beschäftigungspolitik sorgen, welche die veränderten Rahmenbedingungen sowie den demografischen Wandel berücksichtigt. Nur so lassen sich in Zukunft Arbeitsplätze sichern.

Ergänzend hat Daniel Hosseus, Hauptgeschäftsführer beim ZDS, über den aktuellen Stand des Verfahrens zu Port Package III, der Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines Rahmens für den Zugang zum Markt für Hafendienste und für die Finanzielle Transparenz der Häfen, referiert.

Als SPD-Küstengang machen wir uns für die Sicherung der Arbeitsplätze stark. In einem Umfeld, das sich im Sauseschritt verändert, müssen wir für gute Ausbildung und gute Arbeit sorgen und die Zukunft aktiv mit gestalten.

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